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divingEurope 2|2017 E s darf fürwahr bezweifelt wer- den ob es wirklich amüsant ist, wenn sich Erwachsene oder Menschen, die sich zu- hause schon gern als solche ausgeben, im Urlaub benehmen als gäb‘s kein Morgen. Wer nicht dem glei- chen Alkohollevel anheim zu fallen ver- mag, der hat meist schon verloren. Insofern ist es sicher verständlich, dass auf der Insel Mallorca statt Sauf- touristen (unter anderem) viel lieber Tauchtouristen gesehen sind. Während die einen (meist Dauerbedröhnten) seit Jahrzehnten wissen wo sie auf kleins- ten geografischen Zonen ihre Glückse- ligkeit finden, ist vielen Unterwasserjün- gern bis heute nicht ganz klar, was sie an den Küsten rund um die ganze Insel an Tauchgebieten erwartet. Dabei hat der Tauchsport auf Mallorca eine Jahr- zehnte lange Tradition. Mallorca galt in den Anfängen der Taucherei als Alternative zur Costa Bra- va. Vor allem, wenn es darum ging, dass die Anreise nicht mit dem Auto stattfin- den sollte. Cala Ratjada an der Ostseite der Insel war spätestens seit den 70ern ein fester Bestandteil im europäischen Tauchtourismus. Mit dem Aufstieg des Roten Meeres geriet Mallorca zuneh- mend aus dem Fokus der Taucher. Da- bei hat sie in all den Jahren einen Vor- teil behalten: wie im ganzen Mittelmeer sind hier keine Riffe übertaucht worden: bekanntlich gibt es im Mittelmeer keine riffbildenden Steinkorallen. Außerdem ist das Harpunieren als Freizeitbeschäf- tigung strengen Regelung unterworfen und extrem eingedämmt worden. Ein- gerichtete Schutzgebiete zeigen heute eine Unterwasserwelt, wie es sie zuletzt vor vielen Jahrzehnten gegeben hat. 52