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divingEurope 2|2017 heftige (und lang anhaltende) Schmerzen und es kann eine (ebenfalls lang anhaltende) Ne- krose entstehen. Nun sind Ok- topusse nicht nur scheu, son- dern oft auch neugierig. Mehr als einmal habe ich im Mit- telmeer erlebt, dass ein Exemp- lar aus freien Stücken auf Hände oder Arme eines Tauchers ge- schwommen ist – und nicht ge- bissen hat. Meinen Schnorchel darauf verwetten, dass er das nie tut würde ich aber auch nicht. Dass man einen gut getarnten Oktopus schlichtweg übersieht ist dagegen viel wahrschein- licher. Die Tiere sind schließ- lich in der Lage nicht nur ihre Farbe schlagartig zu wechseln, sondern auch die Oberflächen- struktur ihrer Haut. Parmesankäse. Mimese nennt sich dieses Schauspiel, mit der sich die Tintenfische nahezu perfekt an ihre jeweilige Umge- bung anpassen. In Versuchs- reihen hat ein Oktopus sogar das Muster eines Schachbretts nachgeahmt. Gerade noch glatt und blass wie ein Kinderpopo, eine Se- kunde später dagegen dun- kelgelb und runzlig, gar mit Knubbeln übersät wie ein auf- gebrochener, überreifer Laib Trotz aller Cleverness, seiner drei Herzen – einem Zentral- plus zwei Kiemenherzen – und eines ausgeklügelten Gehirns, das ein neuronales Gewebe mit 500 Millionen Nervenzellen 113