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divingEurope 2|2017 Angriffe von Orcas auf Menschen in freier Wildbahn sind bis heute nicht bekannt „Mein absolutes Highlight war der Ausflug mit dem Hydrophon.“ Denn eines Abends geht es mit dem kleinen Beiboot hinaus in den Fjord um dort ein langes Kabel mit einem Empfänger in die Tiefen des pechschwarzen Wassers hinabzulassen. Vor einem kleinen Radio, das aussieht als sei es einer amerikanischen Küche der Sech- ziger-Jahre entsprungen, sitzen die Gäste nun gespannt und Lauschen dem Tröpfeln und Knirschen bis es auf einmal losgeht. „Muuuuuaaaaahhhhh!“ – „Das ist ein Buckel- wal“, ruft Olav begeistert. „Hört sich an wie eine Kuh!“ Das Muhen erhält Antwort. Ein an- derer Wal kommuniziert zurück. Dazwischen 104 fiepende hohe Töne wie von einem Haufen Meerschweinchen. „Das sind die Orcas“, er- klärt Olav. Alle Augen leuchten. Wow! Was an Bord des Wasser und beim Schwimmen kaum wahrgenommen wird: man hat es mit mitteilungsbedürftigen Lebewesen zu tun. Das müssen ganze Geschichten sein, die sich die Familienmitglieder hier erzählen. Während Olav auf der Brücke sitzt und den Polarlichtern beim Tanzen zusieht, nehmen die Reisenden das befriedigende Gefühl et- was gelernt zu haben und der Natur ein Stück näher gekommen zu sein, mit in ihre Kojen um sich dort von den sanften Bewegungen des Wassers im Hafenbecken in den Schlaf wiegen zu lassen.